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Sportfreunde 1921


Sportfreunde 1921 Cörmigk e.V.

Seit vielen Jahrzehnten nimmt der Sport im gesellschaftlichen Leben in unserer Gemeinde eine wichtige Position ein. Viele Einwohner fanden und finden in unserem Verein eine Möglichkeit der sinnvollen Freizeitgestaltung.
Es ist mündlich überliefert, dass vermutlich 1911 junge Männer in Cörmigk den ersten Turnverein gründeten, dessen Vorsitzender und Turnwart der Bäckermeister Kränkel war.
Nach dem ersten Weltkrieg kam es dann 1919 zur Gründung eines Arbeiter- Turn- und Sportvereins mit den Sparten Gerätturnen, Faustball, Kunstradfahren und Fußball. Daraus entstand dann 1921 der Verein FC Sportfreunde Cörmigk 1921 e.V., dessen erster und langjähriger Vorsitzender Franz Bergmann war. Noch vorhandene Mitgliederlisten von 1924 weisen 24 erwachsene und 12 jugendliche Mitglieder aus. Betrieben wurde in diesem Verein hauptsächlich Fußball.
Mitte der zwanziger Jahre löste sich der Arbeiter- Turn- und Sportverein allmählich auf. Deshalb kam es um 1926 zur Gründung eines zweiten Sportvereins, dem Männerturnverein Jan Cörmigk (MTVJC), der wahrscheinlich bis 1942 bestand und in den Wirren des II. Weltkrieges unterging.
Die Fußballer der Sportfreunde Cörmigk 1921 mussten am 7. April 1933 ihr Banner und sonstige vereinseigene Gegenstände beim Amtsvorsteher Debitsch in Wiendorf abgeben und der Verein, welcher ja ein Arbeitersportverein war, wurde von den Nationalsozialisten verboten.
Einige Sportfreunde wandten sich anderen, auswärtigen Vereinen zu, die dann im nazistischen Reichsbund für Leibesübungen gleichgeschaltet wurden, während andere aufhörten Fußball zu spielen, weil sie sich nicht politisch vereinnahmen lassen wollten .
Einige verstärkten die Fußballmannschaft des MTV "Jan" Cörmigk. Den fleißigen Fußballern des Sportvereins "Sportfreunde Cörmigk 1921" verdanken wir auch den heutigen Sportplatz, den sie nur mit Schippen, Schubkarren und wenig Geld aus einer ehemalige Kiesgrube herrichteten. Für das alte Umkleidehäuschen an der Südostecke des 1945-46 erweiterten, heutigen Sportplatzes, wurden in den zwanziger Jahren lange Zeit Spenden gesammelt und zusätzliche Beiträge von den Mitgliedern gezahlt, um das Material für den Bau kaufen zu können. Förderung und Zuschüsse von außen gab es für die Arbeitersportler nicht.
Fußball wurde neben dem Gerätturnen und der Leichtathletik im MTVJC nach 1933 weiter betrieben. Es durfte nur der Fußballspielen, der auch donnerstags zur Turn- und Übungsstunde ging, wobei viele Mitglieder, die Fußball spielen, auch an Turnwettkämpfen teilnahmen.
Vorsitzender des MTV Jahn war lange Jahre Albert Lederbogen und Turnwart war seit 1928 Paul Bandlow, die Funktion des Kassenwartes hatte Franz Dittrich.
Nach mündlichen Aussagen kam auch das Vereinleben des MTV Jahn Cörmigk im 2.Weltkrieg zum Erliegen. Unsere 1971, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums unseres Vereins, angestellten Recherchen ergaben, dass 26 ehemaligen Sportfreunde, Fußballer wie Turner, im 2.Weltkrieg ihr Leben lassen mussten.
Im Jahre 1946 wurde, da alle anderen Vereine lt. Kontrollratsgesetz der Besatzungsmächte verboten waren, eine Fußballmannschaft als FDJ-Sportgruppe gegründet und zugelassen. Die Initiatoren waren Franz Bergmann und Fritz Kehling. Diese Mannschaft erreichte schnell einen hohen Leistungsstand. Fußballer wie Janta, Schmidt, Herse, Gebrüder Büchner und Gebrüder Bahn u.a. spielten auf hohem Niveau, in der damaligen Bezirksklasse. Als sich am 2.Okt.1948 in Berlin der Deutsche Sportausschuss konstituierte, war auch Ende 1948 in Cörmigk der Weg frei, wieder einen eigenständigen Sportverein in Cörmigk zu gründen. Er erhielt den Namen "Sportgemeinschaft Cörmigk". Zu dieser Zeit durfte auch wieder mit dem Kinderturnen begonnen werden. In Cörmigk beteiligten sich auf Anhieb ca. 40 Jungen, an diesen von Paul Bandlow, Karl Apel und Helmut Büchner geleiteten Kinderturnstunden .
Um 1952 nahm der Sport in der DDR einen großen Aufschwung. In dieser Zeit gründeten sich zur Verbesserung der materiellen Bedingungen für den Sport die ersten Betriebssportgemeinschaften (BSG). Betriebe übernahmen die Patenschaften über Sportvereine.
In Cörmigk war der erste Patenbetrieb die BHG Cörmigk. Damit stand den Fußballern ein Transportmittel, ein kleiner LKW, für die Auswärtsspiele zur Verfügung. Der Verein hieß nun, bis 1990, BSG "Traktor" Cörmigk. Mit der Umstrukturierung der Landwirtschaft in der DDR, wechselte der Trägerbetrieb. Es war dann die LPG Gerlebogk. Seitens des Sportvereins wurde Erntehilfe geleistet und von der LPG gab es finanzielle und materielle Unterstützung. Auf sportlichem Gebiet konnte die BSG "Traktor" Cörmigk im Fußball und auch im Turnen schöne Erfolge erzielen. So wurden bis Ende der achtziger Jahre stets in der l. Kreisklasse Fußball gespielt. Aber auch erfolgreiche Schüler- und Jugendmannschaften gab es. In dieser Zeit hat sich besonders der Sportfreund Helmut Clemens als Sektionsleiter Fußball verdient gemacht. In der Zeit von 1960 bis 1964 wurde das Umkleidehaus auf dem Sportplatz erbaut. Fast alle Arbeiten erfolgten auf freiwilliger Basis nach Feierabend. 1968 stellte die Gemeinde Cörmigk dem Verein den ehemaligen Tanzsaal der Gaststätte Syfus zur Verfügung, den dann die Vereinsmitglieder als Vereinsturnhalle einrichteten. Seit 1990 war es nicht mehr möglich, den Saal als Turnhalle, wegen Baufufälligkeit zu nutzen. Das Turntraining und Wintertraining der Fußballer konnte dann in der Turnhalle der Sekundärschule Gerlebogk weitergeführt werden. Seit 1990, nach dem Untergang der DDR, gelang es dem Vorstand, den Sportverein weiter zu erhalten und unter dem Namen "Sportfreunde 1921 Cörmigk e.V.", als Nachfolger der BSG "Traktor" Cörmigk, neu zu gründen.Seit dem 15.07.1990 trägt der Verein wieder den Namen

"Sportfreunde 1921 Cörmigk e.V."